Renault schlug sich deutlich besser als Peugeot
Renault zeigt sich gut gerüstet für rauere Zeiten. Der erwarteten Marktabschwächung in Europa kann der französische Autobauer aus einer Position der Stärke begegnen.

Foto © ReutersCarlos Ghosn, CEO von Renault und Nissan
Der Konzern schlug sich im Krisenjahr 2011 besser als erwartet. Er polsterte die Firmenkasse auf und baute Schulden ab - ganz im Gegensatz zu seinem größeren heimischen Rivalen Peugeot.
Flüssige Mittel, wenig Schulden
Zwar musste Renault am Donnerstag einen knapp 40-prozentigen Gewinneinbruch für 2011 vermelden. Das Unternehmen konnte jedoch gleichzeitig die Zahl der unverkauften Fahrzeuge deutlich reduzieren und so seine flüssigen Mittel um knapp 1,1 Milliarden Euro erhöhen - doppelt so viel wie er sich selbst vorgenommen hatte. Zudem schleppt Renault nun die geringsten Schulden seit 13 Jahren mit sich herum.
Renault lieferte im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte seiner Produktion an europäische Kunden aus, musste in der Region jedoch einen Umsatzrückgang von acht Prozent verbuchen. Wegen der Schuldenkrise und der staatlichen Sparprogramme stellt sich das Unternehmen in Europa 2012 auf einen weiteren Marktrückgang von drei bis vier Prozent ein. Konzernchef Carlos Ghosn schlug dennoch einen zuversichtlichen Ton an. Er prognostizierte, dass die Kunden wieder öfter zu teureren Fahrzeugmodellen greifen werden.
2011 legte der Konzernumsatz um gut neun Prozent zu auf 42,63 Mrd. Euro, der Nettogewinn rutschte dagegen um 39 Prozent ab auf 2,09 Mrd. Euro. Neben der Wirtschaftsflaute in Europa kam Renault auch die Erdbeben- und Atomkatastrophe in Japan teuer zu stehen. Angesichts dieser Probleme zeigte sich Ghosn zufrieden mit dem Abschneiden seines Konzerns: "Renault ist mit verschiedenen Krisen das ganze Jahr hindurch fertig geworden." Weil Renault etwa wegen Lieferschwierigkeiten viele Sonderwünsche seiner Kunden nicht erfüllen konnte, schlugen die Händler ihren Fahrzeugbestand mit Preisnachlässen los. Trotz des Erdbebens in Japan konnte auch die Tochter Nissan ihren Gewinnbeitrag deutlich steigern.
Experten sind beeindruckt
Branchenexperten zeigten sich von dem Geschäftsverlauf bei Renault beeindruckt. Vor allem der gestiegene Bargeldbestand hinterließ einen guten Eindruck. Deshalb trotzte die Renault-Aktie dem Abwärtstrend an der Pariser Börse und legte drei Prozent zu. Im Gegensatz dazu setzten die Titel des Rivalen Peugeot ihre Talfahrt fort und büßten noch einmal fünf Prozent ein.
Peugeot hatte erst am Mittwoch eingeräumt, im vergangenen Jahr im Kerngeschäft Verluste geschrieben zu haben. Der am heftigsten von der Schuldenkrise in Mitleidenschaft gezogene Autobauer kündigte deshalb weitere Einschnitte an. Um sich Bargeld zu beschaffen, will er zudem Geschäftsteile verkaufen. Analysten werteten dies als Indiz dafür, wie schlecht es um Peugeot steht.
















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