Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
17. Mai 2012 00:55 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren 331993 Mitglieder | 100 online
Mustergültiges Tochterunternehmen Brennnessel steigert das Wohlbefinden Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Mein Zuhause Nächster Artikel Mustergültiges Tochterunternehmen Brennnessel steigert das Wohlbefinden
Zuletzt aktualisiert: 22.02.2012 um 13:10 UhrKommentare

Eine kunterbunte Reise in die Sixties

Die Frühjahrsausstellung im Hofmobiliendepot führt zurück in die 1960er Jahre, ein Jahrzehnt beispiellosen Wandels. Sie beleuchtet anhand ausgewählter Designstücke die kulturellen, politischen und ästhetischen Umbrüche. Bunter "Space Look" und Plastikboom setzten der grauen Nachkriegszeit ein Ende.

In der Ausstellung zu sehen: Das "Liegeobjekt Violon" von Oskar Hodosi aus 1968

Foto © Bundesmobilienverwaltung/Hofmobiliendepot; Foto: L. LammerhuberIn der Ausstellung zu sehen: Das "Liegeobjekt Violon" von Oskar Hodosi aus 1968

Der Fokus der neuen Schau im Wiener Hofmobiiendepot liegt beim Möbeldesign. Ergänzend vermitteln Mode, Fernseher, Radios und andere Alltagsgegenstände das typische Lebensgefühl dieser Jahre. "Alles ist erlaubt", so lautete das neue Motto im Design. Utopien von alternativen Lebensstilen gingen mit einer Neuorientierung in den Wertvorstellungen einher. Die neuen Entwürfe für Mode und Einrichtungsgegenstände spiegelten den rasanten Perspektivenwechsel einer jungen und experimentierfreudigen Generation wider, die sich einer bis dahin unbekannten visuellen und emotionalen Sinnlichkeit hingab und mit großer Begeisterung neue Materialien, grelle Farben und phantasievolle Formen genauso erprobte wie alternative Lebensformen, Drogen und Pop-Musik.

Von der Konsumrevolution zur Protestkultur

Die Ausstellung stellt zwei kulturelle Umbrüche, die die 1960er Jahren entscheidend prägten, in den Mittelpunkt. Am Beginn des Jahrzehnts stand eine von der Jugend getragene "Consumer Revolution". Vollbeschäftigung und steigende Einkommen begünstigten das Aufkommen eines neuen Typs von Konsumenten – des Teenagers. Dessen neugewonnene Unabhängigkeit verlangte nach eigenen Ausdrucksmöglichkeiten. Die neuen Kunststoffe ermöglichten die Herstellung günstiger Produkte für den Massenmarkt. Sie beschleunigten den Wechsel von Moden und Produkten und führten so zu einem veritablen Designboom. Aufblasbare Möbel aus PVC fingen die Lust der jungen Generation an Unbeständigkeit und Unbeschwertheit ein. Noch war der Glaube an die neuen Kunststoffe und Technologien ungebrochen und fand im "Space Age Look" seinen Ausdruck. Die Frage, wie man in Zukunft leben wollte, brachte futuristische Entwürfe hervor und manifestierte sich in einem die erste Hälfte der 1960er Jahre bestimmenden geometrischen Formenvokabular. Die neuen Fixsterne im Design waren Italien und England.

Zehn Stationen

Ein Blick zurück: Die 1950er Jahre / Geometrische Formen / Spheromania / Space Age Design / Mode / Werkstoff Plastik / Pop Furniture / Anti-Design / Neo-Organisches Design / Das Ende des Booms.

Ab Mitte der 1960er Jahre setzte ein Stimmungsumschwung ein. Eine Protestgeneration aus Jugend und Studenten machte in ihrer "Gegenrevolution" gegen ungerechte und veraltete Machtsysteme und Zwänge mobil. Der Kalte Krieg mit seinen waffenstarrenden Machtblöcken verstärkte die Ängste vor einer Atomkatastrophe. Der unverhohlene Materialismus der Konsumkultur wurde zunehmend kritisch gesehen. Vietnam-Krieg, Prager Frühling und die Pariser Studentenunruhen ließen das Design nicht unberührt. Zum einen fand eine Rückbesinnung auf vergangene, bewährte Stile (z. B. Jugendstil, Art Deco) und Kunsthandwerk statt, die ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit vermittelten. Von der amerikanischen Westküste kommend fand zum anderen die psychedelische Kunst, angetrieben von Drogen, östlichen Religionen und Hippie-Lifestyle ihren Niederschlag in Design und Mode. Die geometrischen Formen wurden abgelöst von einem neuen, neo-organischen Stil. Das Konzept der Moderne mit seinem Fortschrittsglauben wurde hinterfragt, die Rolle des Designs in den kapitalistischen Gesellschaften in Frage gestellt. In Italien entstand das radikale "Antidesign", das ironisch und zeichenhaft auf die neue Situation reagierte.

Fotoserie: Möbel aus den Sixties

Ende der 1960er begann die aufkommende Umweltschutzbewegung in den USA die rücksichtslose Industrialisierung und die mangelnde Nachhaltigkeit des westlichen Lebensstils anzuzweifeln. 1972 veröffentliche der Club of Rome seinen Bericht "Die Grenzen des Wachstums", der ein enormes Echo hervorrief. Die deutlichste Zäsur war die Erdölkrise von 1973, die das Ende des Plastikzeitalters besiegelte und eine Neubewertung des Werkstoffs in den Folgejahren einläutete.

Große Namen

Zu den wichtigsten Designern, die in der Ausstellung repräsentiert sind, zählen Arne Jacobsen, Eero Saarinen, Johannes Spalt, Joe Colombo, Hans Hollein, Verner Panton, Vico Magistretti, Walter Pichler, Paco Rabanne, André Courrèges, Helmut Bätzner, Gaetano Pesce, Achille & Pier Giacomo & Livio Castiglioni, Ettore Sottsass, Archizoom, Gruppo Strum, Olivier Mourgue, Günter Beltzig und Yves Saint Laurent.


Zur Ausstellung

Sixties Design
29. Februar – 17. Juni 2012, täglich außer Mo 10 – 18 Uhr
Hofmobiliendepot - Möbel Museum Wien, Andreasgasse 7, 1070 Wien
Eintrittspreise € 7,90 / € 6,50 / € 5,50

Online-Anzeigen-Tool

Inserieren Sie jetzt in nur 6 Schritten Ihre Zeilenanzeige in der Kleinen Zeitung Weiter



Homestorys

Foto: Helmut Weichselbraun

Wie wohnen Sie?

Ein kuscheliges Sofakissen, ein alter Bilderrahmen vom Flohmarkt, nostalgisches Silberbesteck: Zeigen Sie uns Ihr liebstes Möbelstück!

 

Immo & Wohnen-Newsletter

Die neuesten Möbel-Trends für Ihr zu Hause, architektonische Gustostückerln und viel Service rund um Haus und Garten per E-Mail!

 

KLEINE.tv

Mein Zuhause: Ganz in Weiß ausgeleuchtet

Einen Wohntraum in Weiß erfüllte sich Franz Nagelseder mit seiner Famili...Bewertet mit 3 Sternen

Sprechstunde

Umbau, Neubau oder Sanierung: Was auch immer Sie von einem Architekten wissen wollen: Schicken Sie Ihre Frage per E-Mail an die Kammer der Ziviltechniker für Steiermark und Kärnten. Die Antworten werden in regelmäßigen Abständen hier veröffentlicht.

 

Immo-Fotoserien

Einblicke in den schicken Wohnwürfel 

Einblicke in den schicken Wohnwürfel

 

Der Maler-Guide

istock
 


Seitenübersicht

Zum Seitenanfang