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Zuletzt aktualisiert: 13.02.2012 um 11:47 UhrKommentare

So stehen die Grazer Facebook-Aktien

Facebook erobert die Welt. Internationale Konzerne naschen am Erfolg mit. Nur die Grazer gehen noch nicht so recht ins Netz.

Richard Windischbacher von Graz Tourismus betreit die Seite "Graz"

Foto © KanizajRichard Windischbacher von Graz Tourismus betreit die Seite "Graz"

Der Börsengang von Facebook sorgt für einen Ausnahmezustand an der Wall Street. Experten rechnen sogar mit dem erfolgreichsten Börsendebüt aller Zeiten. Der Einhundert-Milliarden-Dollar-Konzern mit weltweit 845 Millionen Nutzern lockt immer mehr Unternehmen an. Ohne Facebook-Auftritt geht 2012 nichts mehr. Nur in Graz fehlen dem sozialen Netz noch die Maschen.

"In der Steiermark, aber eben auch in Graz steht man noch am Anfang, was die Social-Media-Arbeit angeht", so Heinz Wittenbrink, Leiter des Web Literacy Lab, einem FH-Forschungsprojekt zum Thema Webkommunikation. Die zweitgrößte Stadt Österreichs ist noch ganz klein, geht es um neue technische Infrastrukturen. Das zeigt auch der Social Media Radar Austria. Erst auf Platz 68 scheint das erste Grazer Profil auf: SK Sturm Graz, 58.839 Leuten gefällt's. Zum Vergleich: Der österreichische Listenanführer Red Bull hat mehr als 26 Millionen Online-Fans um sich geschart, Wien auf Platz 15 immerhin noch 237.918.

Aufholbedarf

In Graz müsse sich die Facebook-Kultur erst entwickeln, so Wittenbrink. Hier tue man sich mit den Möglichkeiten der virtuellen Welt noch schwer. Immerhin: Seit dem vergangenen Jahr stoße der Web-Experte auf mehr Interesse seitens der hier ansässigen Unternehmen - gleichzeitig aber auch immer auf Ratlosigkeit.

Dass es ganz ohne Social Media nicht mehr geht, weiß man. Wie Facebook aber richtig eingesetzt wird, ist vielen unklar. Wittenbrink: "Unternehmen müssen umdenken. Sie müssen selbst, direkt und permanent kommunizieren!" Es gehe um eine persönliche Note und Witz, nicht um PR-Nachrichten. "Anders erreiche ich mein Publikum heutzutage nicht mehr."

Erfolgreiches Paar

Die Facebooker von Sturm Graz scheinen die Logik verstanden zu haben. Der Marketing-Verantwortliche Philipp Lackner betreut zusammen mit Oliver Steinmann, David Loder und Martin Kranz von der Online-Agentur Mörth & Mörth die Fußball-Fanseite. "Wir wollen ein Fan-Service sein, keine Werbe-Plattform", so Lackner, bei dem "die Seite nebenher immer mitläuft". Facebook sei für Sturm wichtig, weil die Leute so am schnellsten erreicht werden könnten. Vertragsverlängerungen und Trainingslager-Berichte sind das, was die Sturm-Anhänger seit März 2010 zum Beispiel bekommen.

Für Graz Tourismus sei Facebook mittlerweile zur zweiten Homepage geworden, sagt Richard Windischbacher, der das Profil zusammen mit einer Kollegin füllt. 41.646 Fans folgen ihnen, österreichweit ergibt das den 97. Platz. Obwohl die Seite "Graz" eigentlich als Informationsquelle für Touristen gedacht war, fänden sich auch viele (Exil-)Grazer unter den Freunden, die sich über die Stadt austauschen. "Was wir posten, entscheiden wir aus dem Bauch heraus", so Windischbacher. Der Kinderkochkurs landet so neben Tipps für Tagesausflügler. Die Community mag's.

SABRINA LUTTENBERGER

Beliebte Grazer-Fanseiten

  • 1. Sturm Graz: 58.839 Freunde
  • 2. Graz (Tourismus): 41.646
  • 3. Bollwerk Graz: 11.372
  • 4. Kleine Zeitung: 6.640
  • 5. Kunsthaus Graz: 3.196

Grazer Lokale

  • 1. Kottulinsky: 9311
  • 2. Postgarage: 8894
  • 3. Three Monkeys: 2609
  • 4. Tribeka: 479

Zahlen

2,7 Millionen Österreicher benutzen Facebook. Das entspricht etwa 32,14 Prozent der Gesamtbevölkerung.

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