Professor Schwermetall an der Uni
Schüttel dein Haupthaar! Ab März gibt's an der Kunstuni die Vorlesung "Hard Rock und Heavy Metal". In den Hauptrollen: Iron Maiden, Black Sabbath und andere echt harte Kerle.

Foto © Sabine HoffmannCharris Efthimiou, Hardrocker und Musikliebhaber
Als die Haare ab waren, freute sich wohl Charris Efthimious Mama im griechischen Larissa am meisten. War der Sohnemann doch bereits in jungen Jahren mit seinem durchwachsenen, kopfschüttellastigen Musikgeschmack aufgefallen. So lauschte der Kleine mit Vorliebe den Kompositionen eines Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven oder Richard Wagner. Jedoch gab er sich auch mit Inbrunst der Virtuosität von Iron Maiden, Metallica oder Black Sabbath hin. Im Kinderzimmer herrschte der lautstarke Kampf der Giganten. Kleine Nachtmusik versus The Number of the Beast. "Und da habe ich schon früh einige Parallelen entdeckt", so der 33-Jährige, der seit 1996 in der Murmetropole lebt und an der Kunstuniversität Graz Komposition studiert hat. Auf seine im März startende Lehrveranstaltung "Hard Rock und Heavy Metal: Musikhistorische und -analytische Aspekte des ,harten' Sounds der 70er-, 80er- und 90er-Jahre" freut sich Efthimiou deshalb schon ganz besonders. "Ich finde es toll, dass mein Betreuer und das Rektorat so einer Lehrveranstaltung zugestimmt haben", so der Vollblutmusiker, dem man im klassischen Strickpullover den Hardrocker gar nicht zutrauen würde.
Harte Töne, harte Fakten
Die Studenten erwarten jedoch nicht nur harte Töne, sondern harte Fakten. Denn Efthimiou beweist, dass sich zum Beispiel die Songlängen von Iron Maiden und der Stimmumfang des Sängers Bruce Dickinson in ein Balkendiagramm gießen lassen. Und natürlich zieht der Musiker seine logischen Schlüsse daraus. "Man kann deutlich sehen, dass Dickinsons Stimme trotz Sex, Drugs & Rock'n'Roll nicht an Umfang eingebüßt hat, sondern sogar gewonnen hat." Aber es wird auch gesellschaftskritisches wie die Entstehungsgeschichte des Hard Rock geben. "In Pop-Songs dreht sich immer alles um die Liebe. Bei der Rockmusik geht's um Geschichte, die Probleme der Unterschicht und Armut." Bleibt nur die Frage: Wenn das Herz so fürs Schwermetall schlägt, warum mussten dann die Haare ab? "Weil sie vorne schon etwas lichter wurden." Hart, aber herzlich. Und ein bisserl eitel.











