Britischer Premier warnt vor Rassismus
Premierminister David Cameron hat vor der Rückkehr des Rassismus im englischen Fußball gewarnt. "Wir dürfen das nicht unter den Teppich kehren", schrieb er am Mittwoch in der Tageszeitung "The Sun".

Foto © ReutersDer britische Premierminister David Cameron
"Ich habe keinen Zweifel, dass der Fußball dieses Problem lösen wird - und die Regierung ist bereit, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um zu helfen." Nach den jüngsten Vorfällen in der Premier League hatte Cameron am Mittwoch zu einem Anti-Rassismus-Gipfel in London geladen.
Dort erklärte er: "Fußballer können großartige Vorbilder sein, die von der Öffentlichkeit bewundert werden." Sport habe viel Macht, Gutes zu bewirken. "Aber es kann auch andersherum gehen. Wenn Kinder schlechtes Verhalten im Fernsehen oder Stadion sehen, könnten sie es auf dem Spielplatz nachahmen", warnte der Premier. "Wir werden uns durch die jüngsten Ereignisse nicht zurückwerfen lassen in die schlechten alten Tage der Vergangenheit." Es habe eine Zeit gegeben, "als der Fußball in unserem Land mit Rassismus schwer infiziert war".
Chelsea-Verteidiger John Terry war zuletzt die Kapitänsbinde der englischen Nationalmannschaft entzogen worden, weil er einen dunkelhäutigen Gegenspieler beleidigt haben soll und sich deswegen im Juli vor Gericht verantworten muss. Der uruguayische Liverpool-Stürmer Luis Suarez musste zuletzt wegen eines ähnlichen Vorwurfs eine Acht-Spiele-Sperre verbüßen.
Fair-Play-Gedanke
Geht es nach Franz Beckenbauer, dann soll mit einem Handschlag nach dem Spiel der Fair-Play-Gedanke weiter gefördert werden. "Man könnte sich hinterher an der Mittellinie treffen und gemeinsam vom Rasen gehen", erklärte der 66-jährige Deutsche am Mittwoch im Anschluss an eine Sitzung der von ihm geleiteten FIFA-Task-Force-Football 2014 in Zürich. "So haben wir es jedenfalls gemacht, als ich noch in der Schule war." Das Thema Fair Play stehe in dem Gremium ganz weit oben.
Ebenfalls diskutiert wurde laut Beckenbauer, ob die Spieler zur zweiten Hälfte gemeinsam den Rasen betreten sollen. "Wir haben in der Vergangenheit so viel schlechtes Verhalten von Spielern gesehen. Fair Play ist wichtig, weil Spieler und Trainer Vorbilder sind und sich auch wie Vorbilder verhalten sollten", betonte Beckenbauer.













