Kirgistan: Hilfe für Zehntausende Flüchtlinge angelaufen
In Usbekistan ist am Mittwoch eine erste internationale Hilfslieferung für Zehntausende Flüchtlinge aus Kirgistan eingetroffen. UNO-Flüchtlingshochkommissar Guterres spricht von einer "Tragödie" und ruft die internationale Gemeinschaft zum Handeln auf.

Foto © ReutersUngewisse Zukunft: Zwei Kinder in einem Flüchtlingslager
Nach dem Ausbruch der Unruhen im Süden Kirgistans ist die internationale Hilfe für die Zehntausenden Flüchtlinge in der Region in Zentralasien angelaufen. Im usbekischen Andischan landete am Mittwoch ein Flugzeug mit 800 Zelten des UNO-Flüchtlingshochkommissariats UNHCR. UNO-Flüchtlingshochkommissar Antonio Guterres sprach von einer "Tragödie" und rief die internationale Gemeinschaft zum Handeln auf.
Zehntausende auf der Flucht
Im Laufe des Tages sollten im ostusbekischen Andischan zwei weitere Hilfsflüge des UNHCR eintreffen. In der kirgisischen Hauptstadt Bischkek landete ein russisches Flugzeug mit Zelten und Decken. Im Zuge der Gewalt zwischen Kirgisen und Angehörigen der usbekischstämmigen Minderheit waren in den vergangenen Tagen aus Kirgistan mehr als 75.000 Menschen in das benachbarte Usbekistan geflüchtet. Weitere 200.000 Menschen sind laut UNHCR innerhalb Kirgistans auf der Flucht.
Die Europäische Kommission stellte für die Flüchtlinge fünf Millionen Euro Soforthilfe bereit. Das Geld werde vor allem für medizinische Versorgung, Lebensmittel, Wasser und Unterkünfte verwendet, hieß es in Brüssel. Zudem sollten sich EU-Experten vor Ort ein Bild von der humanitären Lage machen.
Die USA kündigten an, den für Süd- und Zentralasien zuständigen Abteilungsleiter im Außenministerium, Robert Blake, in die Region zu schicken, um den Hilfsbedarf zu klären. Er werde am Mittwoch in die usbekische Hauptstadt Taschkent reisen und von dort an die kirgisische Grenze, teilte Außenamtssprecher Philip Crowley mit. Am Freitag werde Blake in Bischkek mit Vertretern der Übergangsregierung sprechen. Washington stellte nach eigenen Angaben bisher medizinisches Gerät und Kleidung im Wert von fast einer Million Dollar (815.000 Euro) bereit.
Aufruf zur internationalen Hilfe
Guterres bezeichnete die Lage in Kirgistan und im usbekischen Grenzgebiet im Deutschlandfunk als "Tragödie". "Die benachbarten Länder und die Völkergemeinschaft insgesamt sollten alles in ihren Kräften stehende tun, um die kirgisische Übergangsregierung dabei zu unterstützen, Frieden und Stabilität wiederherzustellen", forderte der UNO-Flüchtlingskommissar.













