Hohe Ölpreise lassen Gewinne sprudeln
Die Ölpreise steigen massiv und mit ihnen die Spritpreise. Davon profitieren die Ölkonzerne, die serienweise Rekordgewinne vermelden. Benzin und Diesel werden wohl noch teurer, warnen Experten.

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Der Ölpreis schwingt sich zu neuen Höhen auf. Mit ihm steigen auch die Spritpreise an den Tankstellen (siehe rechts). Aussicht auf Besserung gibt es derzeit nicht. Dabei lag der Durchschnittspreis für ein Barrel Rohöl (circa 159 Liter) der für uns relevanten Nordseesorte Brent bereits im Vorjahr bei 111 US-Dollar. "Das war der höchste Durchschnittspreis, den wir je hatten," so OMV-Chef Gerhard Roiss. Auch in seinem Konzern sorgte der Preishöhenflug für einen kräftigen Umsatzsprung und eine kräftige Gewinnsteigerung. Damit ist er in bester Gesellschaft - allein die fünf internationalen Ölriesen ExxonMobil, Chevron, Total, BP und Shell haben im Vorjahr zusammen 105,4 Milliarden Euro Gewinn verbucht (siehe Grafik). Durch die Bank wurden so Rekordgewinne oder Beinahe-Rekorde erzielt. Die OMV, Österreichs größter Konzern, legte gestern Bilanz: 2011 wurde ein Ergebnis von 2,5 Milliarden Euro erzielt (siehe Wirtschaftsteil).
Woran liegt's, dass die Ölpreise derzeit so hoch sind? "Wir haben es mit zahlreichen Störungen zu tun", betont Johannes Benigni, Leiter des Ölbrokers JBC Energy. Ein Überblick.
Politische Unruhen. Der arabische Frühling sorgte in vielen wichtigen Förderländern für Produktionskürzungen, vor allem in Libyen. "Die Nachwehen spiegeln sich noch immer im hohen Ölpreis wider", so Benigni.
Öl-Embargo. Die Situation im Iran gilt als ein Auslöser der Öl-Verteuerung. "Das Öl-Embargo wirkt sich noch nicht wirklich aus", so Beningni. Hier kommt jedoch die Psychologie ins Spiel. Die äußerst angespannte Situation sorgt weiter für Verunsicherung an den Märkten.
Der schwache Euro. Ölprodukte werden in US-Dollar gehandelt, daher sorgt ein, im Vergleich zum Dollar, schwacher Euro für höhere Importkosten. "Für Europa ist das fatal. Das verspricht nichts Gutes, weder für die Autofahrer noch für die Wirtschaft", heißt es beim ARBÖ, der folgende Rechnung anstellt: Am 5. Juli 2008 erreichte Brent den Spitzenpreis von 143,68 in Dollar. Wegen des damals starken Euro (1,567) entsprach dies 91,685 Euro. Nun notiert das Fass Rohöl der Sorte Brent zwar erst bei 121,85 Dollar. Wegen des viel schwächer gewordenen Euro (1,3266) entspricht dies aber 91,851 Euro und markiert damit ein neues Allzeithoch.
Konjunktur. Die derzeit relativ schwache Konjunktur sollte eigentlich für niedrigere Ölpreise sorgen. "Das wird derzeit aber überlagert", so Benigni.
Spekulanten. In den vergangenen Jahren haben Rohstoffspekulanten sehr viel zu den Preisanstiegen beigetragen. Derzeit sei das spekulative Element eher bescheiden, so Benigni, "das macht aktuell zwischen fünf und 15 Dollar je Barrel aus". Dennoch verweisen Anlagestrategen darauf, dass durch die Niedrigzinspolitik der westlichen Notenbanken sehr viel Liquidität, sprich Geld im Markt ist. Bei Geldanlagen in Rohstoffe wie Öl winken sehr gute Renditen. Auch davon, so ÖAMTC-Experte Martin Grasslober, profitieren die Mineralölkonzerne. Mittelfristig ist jedenfalls nicht mit sinkenden, sondern eher mit steigenden Preisen zu rechnen, prognostiziert Benigni.














