13 Euro für Strache und ein Bier
Rundumschlag des FPÖ-Chefs am Aschermittwoch: "Als Bundeskanzler stelle ich Asylmissbrauch ab", verspricht Strache und wettert gegen das Kyoto-Protokoll. Besonders aber hat er die Medien und Präsident Fischer im Visier.

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Blaue und weiße Ballons hängen an der Decke der Rieder Jahn-Turnhalle, die Luft ist schon um sechs Uhr abends rauchgeschwängert. Bierdunst steigt auf. Dreizehn Euro hat das altersmäßig durchmischte Publikum pro Nase bezahlt, um beim FPÖ-Aschermittwoch dabei zu sein und ein Krügel Bier, einen Teller Herings- und Erdäpfelsalat plus eine Breze zu bekommen. "Bei uns zahl'n die Leut' noch, dass sie hereinkommen dürfen. Bei Rot und Schwarz sicher nicht", freut sich der dritte Nationalratspräsident Martin Graf, der auf der Bühne sitzt, wo die Blasmusik aus Aurolzmünster den Ton vorgibt.
Um 19.10 geht aber das Licht aus. Aus den Lautsprechern wummert es ohrenbetäubend, die rund 1600 Fans stehen auf, klatschen. "Ha-zeh, Ha-zeh", rufen ein paar Burschen. Sie wissen: Heinz-Christian Strache kommt. Im Trachtenjanker mit kurzer Lederhose, Wams und blau-weiß-kariertem Hemd, kämpft er sich gut gelaunt durch den Saal.
Vorredner heizen mit bekannten Sprüchen die Atmosphäre an. "Man diffamiert uns, weil man uns fürchtet", brüllt Oberösterreichs FPÖ-Chef Manfred Haimbuchner ins Mikrofon. "Ein Redner vom Format Jörg Haiders wird er wohl nicht", meint indes ein älterer Herr.
Dann tritt Strache mit aufgekrempelten Ärmeln ans Rednerpult. Er bedankt sich für das "wundervolle Fest, das mir besondere Kraft gibt" und legt los: Als gelernter Zahntechniker wisse er, dass es in Österreich nicht nur viele Münder gebe, die zu sanieren sind, sondern dass auch das Land zu sanieren sei.
Sprüche vom Papier
Als Erste kommen die Medien dran, besonders der ORF. Alle hetzten gegen die FPÖ, vor allem der vom "Alexander dem Roten" geführte Staatsfunk, dessen "Zwangsgebühren im Grunde genommen nichts anderes sind als eine Art mediale Müllgebühr". Auch bei diesem Spruch hält sich Strache wörtlich an ein Papier, auf dem 14 vermeintliche Knüller aufgeschrieben sind. Wie etwa: "Das Triple A hat diese Regierung verloren. Das Triple U hat sie bekommen: unfähig, unfair, unseriös."
Was er mit hochrotem Gesicht bietet, ist mehr Hatz als Gaudi. Strache teilt aus, wirkt aber nie fröhlich. Kaum ein Lacher, Zuhörer schauen in die Luft. Auch Bundespräsident Heinz Fischer, der Strache einen Orden verweigert hat, zog sich dessen Zorn zu: "Unser Bundespräsident hat nicht nur die Statur eines Nordkoreaners, sondern auch dessen Gesinnung." Die Regierung sei eine "Ansammlung von Pfeifen", die Österreichs Interessen nicht vertrete und mit dem Sparpaket Pensionisten, Bausparer, Klein- und Mittelbetriebe schröpfe. Aber die Banken würden gefüttert. Die FPÖ füttert die Ihren mit einem Bier.














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