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Einsatz für eine lebenswerte Welt Todesfall im LKH West: "Körper war ausgetrocknet" Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Steiermark Nächster Artikel Einsatz für eine lebenswerte Welt Todesfall im LKH West: "Körper war ausgetrocknet"
Zuletzt aktualisiert: 22.02.2012 um 19:01 UhrKommentare

"Dafür bin ich Feuerwehrmann geworden"

Sein Schutzhelm ist geschmolzen, im Raum hatte es an die 1000 Grad: Nach der Rettung dreier Grazer erzählt der Leiter des Atemschutztrupps unvorstellbare Details.

Vorher: Auf dem letzten Stand der Technik: Helm der Grazer Berufsfeuerwehr. Nachher: Nach dem Einsatz sah der Helm von Ewald Gmoser so aus

Foto © BFW Graz Vorher: Auf dem letzten Stand der Technik: Helm der Grazer Berufsfeuerwehr. Nachher: Nach dem Einsatz sah der Helm von Ewald Gmoser so aus

Wir haben im Vorraum schon die Engerl gesehen." Was für Laien überirdisch klingen mag, ist für den Grazer Feuerwehrmann Ewald Gmoser ein rein technischer Begriff. "Engerl nennen wir es, wenn die Rauchgase am Plafond bereits zu brennen beginnen."

Das war Dienstag früh beim Brand in der Grazer Plüddemanngasse der Fall, bei dem zwei junge Polizistinnen zahlreiche Hausbewohner durch das völlig verqualmte Stiegenhaus retteten (wir berichteten). Und Feuerwehr-Einsatzleiter Ewald Gmoser mit seinem Atemschutztrupp die drei Bewohner der brennenden Wohnung unter schwierigsten Bedingungen noch unverletzt ins Freie bringen konnte.

Wie unglaublich schwierig die Situation dabei war, zeigt der Helm des Einsatzleiters. Obwohl er Teil der nagelneuen, modernen und EU-genormten Ausrüstung der Berufsfeuerwehr ist, hat die Hitze den Helm angeschmolzen.

Helm geschmolzen

Das Visier ist völlig verbogen. "Gut, dass ich es geschlossen gehabt habe. Sonst würde jetzt mein Gesicht so aussehen", versucht der 52-jährige Familienvater aus Hart bei Graz noch zu scherzen. Doch nach Scherzen war ihm beim Einsatz am Faschingsdienstag sicher nicht.

Als Ewald Gmoser mit seinen Kollegen Erich Lechner und Alexander Sorin in die Wohnung im dritten Stock eindrang, stand die Luft knapp vor der Explosion. "Flash over" heißt das in der Fachsprache. "Da siehst du vor dem Helm nur noch die eigene Hand und rote Sterne." Mit der Wärmebildkamera in der Hand machte sich der Einsatzleiter auf Personensuche. Ein Reden mit den Kollegen war trotz Helmfunk nicht mehr möglich. "Wir haben uns mit Handzeichen und durch Angreifen verständigt." Plötzlich hörte einer der Männer Schreie aus dem Schlafzimmer. Es war der 13-jährige Bruder des Ehepaares (19 und 20), das in der Wohnung lebte. Die drei hatten auf einer Matratze auf dem Boden geschlafen, was sie vor den Rauchgasen gerettet hat. 40 Zentimeter oberhalb ist an der Wand noch der Rauchniederschlag zu sehen. In einem Bett, das höher ist, wären sie mit Sicherheit erstickt.

Lechner und Sorin setzten den Erwachsenen und dem Buben Fluchthauben auf - die Feuerwehrmänner selbst trugen schweren Atemschutz. Ewald Gmoser schaffte durch einen Sprühstrahl einen eigenen Raum.

Flucht durch Wasserschild

"Es war ein Wasserschild, damit die Hitze drinnen bleibt." Im Vorraum hatte es immerhin an die 1000 Grad. Nur durch diesen geschaffenen "Raum" konnten die Wohnungsinhaber fliehen.

Angst, dass ihm etwas passieren könnte, das war für den 52-Jährigen kein Thema: "Deswegen bin ich ja Feuerwehrmann geworden." Doch etwas Besonderes war dieser Einsatz für den Feuerwehrmann mit 20-jähriger Berufserfahrung dennoch: "Ich habe mich so gut gefühlt beim Heimfahren, denn ich habe etwas Gutes erledigt. Und ich bin stolz auf meine Männer und die Feuerwehr."

DANIELE MARCHER

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Foto © BFW Graz

Bild vergrößernEwald Gmoser, Leiter des AtemschutztruppsFoto © BFW Graz

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