Nagl will Reininghausgründe kaufen
Noch vor dem Sommer soll der Kauf abgewickelt werden, so der ÖVP-Bürgermeister Siegfried Nagl. Das Grundstück könnte über einen Bürger-Fonds finanziert werden.

Foto © Erwin Scheriau
Es sind klare Sätze: "Stadtentwicklung soll die Stadt machen, das ist ihre ureigenste Aufgabe." Und: "Dass die Entwicklung durch Private nicht funktioniert, zeigen Beispiele wie die Triester Straße." Diese Sätze kommen nicht von der KPÖ, sondern von ÖVP-Bürgermeister Siegfried Nagl.
Daher sagt Nagl auch: "Die Stadt sollte die Reininghausgründe kaufen. Sonst wird alles zugebaut und die Stadt muss im Nachhinein die Infrastruktur und einen Ortskern schaffen."
Nagl sieht drei Optionen für die 54 Hektar in Eggenberg. Erstens: Die Stadt kauft und entwickelt mit Privaten gemeinsam den neuen Stadtteil - als Eigentümer bestimmt aber die Stadt, wohin die Reise geht. Zweitens: Das Areal wird gestückelt, die Stadt kauft einzelne Grundstücke und versucht trotzdem, den beschlossenen Rahmenplan durchzusetzen - da befürchtet Nagl endlose Verhandlungen. Drittens: Es wird ein Bürger-Fonds gegründet, bei dem die Grazer in ihre eigene Stadt investieren können. "So etwas Ähnliches gibt es bereits, wenn Bürger einer Gemeinde gemeinsam eine Fotovoltaik-Anlage kaufen."
Gegen den Vorwurf, die Stadt erpressen zu wollen, wehrt sich Bernhard Astner, Sprecher der neuen Eigentümer der Reininghausgründe. "Im Gegenteil: Ich bin der Stadt im Wort, keine Maßnahmen zu setzen, die die Vision eines neuen Stadtteiles konterkarieren."
79,5 Millionen Euro
Und der Kaufpreis? "79,5 Millionen Euro, die die Stadt 2010 zahlen wollte, sind ein Richtwert", so Astner. Nagl will den Kauf bis Sommer über die Bühne bringen, die Grünen sind zu Verhandlungen bereit, Astner steht "Gewehr bei Fuß".















