Bezirks- und Gemeindesuche
Die Störche weglocken statt wegstarren
Meister Adebar soll Jets künftig nicht mehr gefährden. Ein gestern besprochener Plan sieht vor, Flächen in Zeltweg für Störche unattraktiv zu machen, indem man sie wenig mäht.

Foto © AP
Wer geglaubt hat, das Bundesheer hat das Storchenproblem in Zeltweg nach erfolgreich absolvierter Airpower vergessen, der irrt. Im Gegenteil: Jetzt will man Nägel mit Köpfen machen und eine dauerhafte Lösung finden. Zur Erinnerung: Heuer hatte sich eine ganze Storchenkolonie auf dem Fliegerhorst und in der Umgebung niedergelassen. So große Vögel können beim Start von Jets eine ernsthafte Gefahr darstellen. Bei der Airpower war die Aufregung besonders groß. Bereits legendär sind die vor der Flugshow angerückten Heeres-Einheiten, die die Vögel mit Blicken fixieren und so "wegstarren" sollten.
Lösung
Gestern gab es in Zeltweg einen runden Tisch, bei dem Lösungen besprochen wurden. Denn es gilt als sicher, dass sich auch nächstes Jahr wieder durchziehende Störche für eine Weile in der Region niederlassen.
Man weiß bereits, wohin die Reise geht. Siegfried Prinz vom Naturschutzzentrum Bruck, der sich vor der Airpower um das Storchenproblem gekümmert hatte, war gestern mit von der Partie. "Wir wollen ein Flächenmanagement betreiben. Das heißt, auf dem Fliegerhorst und den umliegenden Grundstücken soll so wenig wie möglich gemäht werden", sagt Prinz. Denn hohes Gras sei für die Störche unattraktiv, weil sie wenig Futter finden.
Außerhalb der Gefahrenzone, etwa im Bereich Großlobming, sollen die Grundstücke dafür umso attraktiver gestaltet werden. Das bedeutet häufiges Mähen, um den Tisch für die Störche zu decken und die Sicht auf Frösche, Mäuse und anderes Getier freizugeben.
Oberstleutnant Michael Stachowetz vom Militärkommando Steiermark beschreibt eine weitere mögliche Maßnahme: "Wir können uns auch vorstellen, dort Plastikstörche aufzustellen. Denn dort, wo durchziehende Störche ihre Artgenossen sehen, lassen sie sich eher nieder." Nächster Schritt ist, mit den Besitzern der Grundstücke Kontakt aufzunehmen, auch mit der Landwirtschaftskammer wird gesprochen.
Kein Abschuss
Ein Motor hinter den aktuellen Bemühungen ist Peter Frank, stellvertretender Chef der Naturschutzabteilung des Landes. Auch er war beim gestrigen runden Tisch zum Thema Störche dabei. "Wir wollen hier eine Lösung finden, mit der das Bundesheer sowie Tier- und Naturschützer leben können", sagt Frank. In keinem Fall geben wird es Abschüsse oder ein Fütterungsverbot, ist sich Peter Frank mit Michael Stachowetz vom Bundesheer einig.
Das freut Storchenmutter Monika Tielitz, die die beiden in Zeltweg ansässigen Störche Hansi und Lisa betreut und sie im Winter auch füttert. Sie wurde gestern von Peter Frank persönlich über die neuen Pläne informiert. "Ich bin zur Mitarbeit bereit", sagt sie. Sie sehe ein, dass zu viele Störche Probleme bereiten.
Über den Winter sollen die Weichen gestellt werden, denn die ersten Störche könnten sich bereits im Frühjahr in der Region niederlassen.

















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