Bezirks- und Gemeindesuche
Philipp Korom hat den Mächtigen auf die Finger geschaut
Für seine Doktorarbeit durchleuchtete Philipp Korom (29) die Wirtschaftseliten des Landes. Dafür erhält er heute einen Preis.

Foto © KANIZAJ Philipp Korom analysierte Wirtschaftseliten und wird am 6. Februar geehrt
Sein privates Netzwerk: 337 Freunde auf Facebook. Aber über sich selbst redet der Grazer Philipp Korom nicht gerne. So schnell er kann, versucht er das Gespräch von einer persönlichen auf eine professionelle Ebene zu hieven: der Soziologie. Genauer gesagt, der Wirtschaftssoziologie. In seiner Dissertation durchleuchtete der 29-jährige Grazer die "Wirtschaftseliten im neuen Austrokapitalismus". Dafür wird ihm neben Gabriele Edlinger aus Innsbruck heute der Ursula-Hendrich-Schneider-Preis in Gedenken an die verstorbene erste Dekanin der Uni Graz verliehen.
Wie sehr Lobbyismus der Wirtschaftseliten die Politik hierzulande prägt, lässt sich seit Monaten in den Medien nachlesen. Wie nah er an Aufsichtsräte herangekommen ist, hat ihn dann doch überrascht. "Der Preis für die Arbeit ist eine schöne Anerkennung."
Derzeit beschäftigt sich Korom bei der Forschungsgesellschaft Spectro wieder mit einer Elite: den "neuen Intellektuellen", also jenen, die plötzlich zu Experten werden. "Mich inter-essiert, wie diese Transformation passiert." Einen ersten wissenschaftlichen Aufsatz hat er schon verfasst. Die Prognose: Es werden noch mehr werden.
Spätestens dann, wenn er sein Postdoc-Studium antritt, für das er sich gerade bewirbt. Denn das Schreiben, erzählt er, habe ihn immer schon im Griff gehabt und ihn beherrscht. Als er in der Schule eine Arbeit abgeben musste, lieferte er eine 150(!)-seitige Analyse zum Nahostkonflikt, später schnupperte er in den Journalismus.
Und plötzlich redet er doch über sich. Über sein Saxofon, die Jazzformation und seinen Ausgleich mit Kundalini-Yoga.
Features
Fakten
Philipp Korom, geboren 1983 in Graz, studierte Soziologie und Psychologie in Graz und Straßburg. Ab 2008: Ph.D-Studium in Florenz, 2011: Abschluss in Graz.
Für die Dissertation erhält er heute den Ursula-Hendrich-Schneider-Preis.









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